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Moorvernässung

Klimaschutz vor Ort: Das Bargteheider Moor soll wieder nass werden

Stadt Bargteheide und Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein unterzeichnen Letter of Intent

Die Idee stand schon länger im Raum, nun wird es konkret: Das Bargteheider Moor soll renaturiert werden. Das heißt, im heute stark entwässerten Moor wird der natürliche Wasserstand wiederhergestellt. So würde das Bargteheider Moor vom ‚Klimakiller zum Klimaschützer‘.

Dafür haben die Stadt Bargteheide und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein heute einen Vertrag geschlossen. Die Stiftung unterstützt Kommunen mit ihrer jahrelangen Erfahrung bei der Planung und Umsetzung von Moor-Renaturierungen. Auch die Gemeinde Delingsdorf, auf deren Gebiet ein Teil des Moores liegt, zeigte bereits Interesse an dem Projekt und hat beschlossen, sich zunächst an der geplanten Vorstudie zu beteiligen. Im besten Fall könnten so jährlich 1.000 Tonnen C02 eingespart werden, schätzen die Moorexperten der Stiftung Naturschutz grob.

„Der erste Schritt zum Klimamoor Bargteheide ist eine Voruntersuchung, die zeigen soll, welche Bereiche des 70 Hektar großen Moores für die Renaturierung in Frage kommen und wie hoch das Vernässungspotential ist,“ erklärt Gerrit Werhahn, Koordinator des Teams Biologischer Klimaschutz bei der Stiftung Naturschutz.

Diese Voruntersuchung gibt die Stadt Bargteheide nun bei einem geeigneten Institut in Auftrag, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein steht beratend zur Seite und begleitet später auch die Baumaßnahmen. Mit den Ergebnissen der Voruntersuchung ist ungefähr Mitte 2022 zu rechnen. Auf dieser Basis kann die Stadt konkrete Entscheidungen zu Umfang und Ablauf der Vernässungsmaßnahmen treffen.

Bürgermeisterin Kruse-Gobrecht zeigt sich erfreut über die Kooperation: „Mit der Stiftung Naturschutz haben wir einen verlässlichen und erfahrenen Partner an unserer Seite. Unser Ziel ist, mit der Vernässung des Moores einen wesentlichen Beitrag zu leisten, um das Klima zu schützen.“

Moore sind sehr effektive Kohlenstoffspeicher. Sie können pro Hektar mehr Kohlenstoff aufnehmen als Wälder. Werden die Böden aber trockengelegt, um sie beispielsweise landwirtschaftlich zu nutzen, gibt der Boden laufend klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre ab. So auch in Bargteheide. Deutschlandweit sind entwässerte Moorböden für fast 7 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wird ein Moor wieder nass, wird ein Großteil dieser Emission gestoppt. Schon nach wenigen Jahren können die Torfmoose, die für die Speicherung von Kohlenstoff zuständig sind, wieder wachsen und aktiv CO2 aus der Luft filtern und neuen Kohlenstoff festlegen.

Zugleich entsteht ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche seltene Arten. Ins intakte Moor kommen neben den Torfmoosen auch das Wollgras, der Sonnentau, der Moorfrosch, die Bekassine sowie moortypische Libellen und Falter zurück. Ein Paradies für die Artenvielfalt und Augen- und Ohrenweide für die Bargteheider Bürger*innen.

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